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Wie lange hält ein Schwerverletzter es im Krankenwagen aus?

Von Mahmut | 30.Dezember 2008

Innenraum Krankenwagen

 

Die Humanitäre Lage, die kann man nicht fassen und begreifen…

Das Krieg schrecklich ist, dass will ich gar nicht diskutieren, aber was ich nicht verstehen kann ist eine bewußte Schickanierung von Kriegsopfern durch Nachbarländer.

Was denkst Du wie lange ein Schwerverletzter es im Krankenwagen aushalten kann?

9 Schwerverletzte mußten an der Grenze zu Ägypten ganze 5 Stunden warten bis das Sicherheitspersonal sie passieren lies. Hier helfen auch keine Sofort-Hilfemaßnahmen mehr…

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Akute Lebensgefahr im Gaza-Streifen

Von Mahmut | 30.Dezember 2008

As’salamun Alaikum,

gestern Abend (29.12.2008) konnte ich mit Dr. Mohammad Asousy, Leiter des Gaza-Büros von Islamic Relief, telefonisch über den aktuellen Stand im Gaza-Streifen sprechen. Er bat folgendes zu verstehen: Es ist Krieg; so richtig, richtig Krieg!

Hilfe für GazaJeder leide unter akuter Lebensgefahr, auch die Mitarbeiter von Islamic Relief Palästina (IR Pal). Normalerweise seien unter NGO-Mitarbeiter sehr viele Ausländer, aber gestern Mittag bei einem Meeting im IR Pal Büro mit Vertretern von WHO seien jedoch nur noch lokale Mitarbeiter anwesend gewesen.

Dr. Mohammad geht stark davon aus, dass die meisten Ausländer momentan außerhalb des Gaza-Streifen sind.

Als Außenstehender können man die Situation im Gaza-Streifen nicht richtig fassen; zum Verständnis der akuten Lebensgefahr beschreibt er den Weg von seinem Zuhause bis ins Büro folgendermaßen: Bevor er sein Zuhause verlässt ruft er im Büro an und gibt durch, dass er sich nun auf den Weg begibt. Jede Straßenkreuzung dient als „Check-Point“ an der er sich im Büro meldet und mitteilt eben jene Kreuzung passiert zu haben bis er im Büro angekommen ist; im Büro angekommen ruft er Zuhause bei seiner Familie an, um mitzuteilen, dass er im Büro angekommen ist. Die Wahrscheinlichkeit nicht anzukommen sei sehr hoch!

Auch die Fortbewegung mit Fahrzeugen sei nicht sicher. Obwohl der Islamic Relief Laster als NGO-Fahrzeug deutlich gekennzeichnet sei – und seitens der israelischen Armee als NGO-Fahrzeug bekannt und registriert – sei das Risiko groß beschossen zu werden, da die Bombardierungen scheinbar willkürlich sind, um die Bevölkerung in Angst und Terror zu versetzen. Aber dennoch bemühe sich IR Pal die Arbeit unermüdlich fortzusetzen.

Seit letzten Samstag sei es erlaubt als NGO Medikamente und medizinische Bedarfsartikel in den Gaza-Streifen einzuführen und IR Pal habe schon 5 Lastwagen im Gaza-Streifen im Einsatz; insgesamt seinen 13 Krankenhäuser, darunter auch das Krankenhaus Al’Shifa, und weitere 56 Gesundheitszentren im Gaza-Streifen, die vin Islamic Relief versorgt werden.

Schon vor der israelischen Gewalteskalation seien die Warenlager für Lebensmittel und medizinischen Bedarf von IR Pal aufgestockt worden, da man doch etwas Schreckliches heraufkommen spüren konnte; dass es ein Krieg sein werde habe, man sich jedoch nicht vorstellen können!

Seit dem letzten Wochenende seinen offene Läden im Gaza-Streifen kaum mehr zu finden. In Kooperation mit WHO beabsichtigt IR Pal ab heute (Dienstag 30.12.2008) eine Grundversorgung einzurichten, damit dringend nötiges medizinisches Material und Lebensmittel zur Verfügung gestellt sind. Zusätzlich seinen schon vor diesem Krieg Stromgeneratoren bestellt worden, die sobald wie möglich eingesetzt werden sollen.

Obwohl die Lage sehr dramatisch ist, spüre IR Pal die positiven Auswirkungen der langen Präsens Vorort im Gaza-Streifen: Trotz Materialknappheit und geschlossenen Grenzen seien die Einkaufspreise von IR Pal stabil geblieben; lange Partnerschaften mit lokalen Produzenten und Großhändeln zahlen sich nun aus. Auch die NGO-Politik von Islamic Relief, nämlich langfristig angelegte Entwicklungsarbeit zu leisten, zeige den Vorteil von uns: Islamic Relief agiert schneller und intensiver.

Neben allen Hilfsmaßnahmen werde IR Pal versuchen die mediale Berichterstattung unabhängig von Fotografen und Journalisten selbst zu forcieren, in dem man eine eigene „Nachrichtenzentrale“ soweit möglich einrichtet; die Sicherheit vom Personal geht jedoch selbstverständlich vor.

Sorgen macht sich Dr. Mohammad um den psychischen Zustand gerade von Kindern; sicherlich werden die seelischen Schäden dieses Krieges nicht beseitigt werden können. Die Behandlung von stark traumatisierten Kindern und Personen ist die nächste Herausforderung, die Islamic Relief bewältigen wird, insha’allah.

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Onlinespende

Von Sabitovic Anes | 8.September 2008

Spenden zeichnen sich dadurch aus, dass sie freiwillig und ohne Gegenleistung erfolgen. Normalerweise und am bekanntesten ist die Geldspende.
Im Zeitalter des Internet gibt es auch die Möglichkeit die Spende online zu betätigen.

Ich arbeite seit längerer Zeit als Webmaster bei Islamic Relief Deutschland und neben der technischen Betreuung der Internet Seite kümmere ich um die Onlinespende.
Kernaufgabe eines Fundraisers ist es, Beziehungen einer nichtkommerziellen Organisation zu möglichen Gebern von Geld, Sachwerte aufzubauen und zu pflegen. Daher verwendet ein Fundraiser Werkzeuge des Sozialmarketings, wie die Spendenakquise oder die Sponsorengewinnung. Dies kann bei Spendenaufrufen im Fernsehen, Benefizveranstaltungen etc. geschehen oder auch im wesentlich kleinerem Rahmen.

Und genauso versuche ich als “online-Fundraiser”, die technischen Möglichkeiten des Internets als Fundraising Instrumente zu nutzen.
Dazu gehören vor allem Spendenformulare neben Webinhalten, wie  Spendenaufrufe, Videos etc. Das Online-Spenden fällt auch ungeübten Internetnutzern nicht schwer. Indem man gut abgesichert seine Angaben eingibt und die begünstigte Spende auswählt, erteilt man quasi eine Einzugsermächtigung. Die Antwortmail kommt prompt. Die Zahlung per Kreditkarte ist auch möglich.

Um den Spendenvorgang auch in Zukunft  noch gerechter und spendenfreundlicher zu gestalten, brauche ich natürlich das Feedback der Spender.
Somit kann jeder mit mir gerne diskutieren und seine Vorschläge, Anregungen, Kritiken und Kommentare schreiben und nicht nur mir, sondern indirekt der Islamic Relief Deutschland behilflich sein.

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Die Bedürftigen dieser Erde gehen uns alle an…

Von Marina Frisch | 5.September 2008

Als Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation habe ich jeden Tag mit dem Not und Leid der Menschen in den Entwicklungsländern zu tun. Geschichten, Berichte oder Spendenaufrufe erinnern mich fast täglich daran, unter welch katastrophalen Bedingungen Millionen von Menschen leben müssen und wie besonders es ist, das wir hier in Europa in so gesicherten Verhältnissen leben dürfen. Ja „dürfen“ ist das richtige Wort dafür, denn dieses Privileg hier geboren zu sein oder hier aufzuwachsen, ist keinesfalls als selbstverständlich zu betrachten. Die unbeschreibbare Not der anderen spiegelt unseren Wohlstand wieder. Einen Reichtum an sozialen Dienstleistungen und vollen Supermärkten, an Einkaufszentren und Freizeitangeboten, sprich eine Auswahl an Möglichkeiten unser Leben zu gestalten, welche die meisten Menschen auf der Erde gar nicht haben. Und dennoch sind Beschwerden und der Wunsch nach Veränderung hierzulande so groß, dass die Frage aufkommt, wie gut es uns eigentlich gehen muss, dass wir zufrieden sind.

 

Oft wurde mir versucht zu erklären, dass es ja keinen Sinn macht Hilfsorganisationen zu unterstützen, da man ja nicht genau weiß, ob das Geld wirklich dort ankommt, wo es gebraucht wird. Oder man hört Sätze wie: „Mir geht’s auch finanziell nicht so gut.“ Vielleicht wird sogar den Hilfsorganisationen selbst unterstellt, sich bereichern zu wollen. Am schlimmsten fand ich jedoch die Aussage „Ja ja, es gibt so viel Leid auf der Welt“ und damit war das Thema dann beendet. Wegsehen, Ignorieren oder Sich-Schön-Reden habe ich häufig erlebt und jedes Mal schockiert es mich aufs Neue.

 

Die aktuellen Ereignisse haben gezeigt, dass die Not doch nicht mehr so weit weg zu sein scheint, wie viele es gern hätten. Enorme Schwankungen der Lebensmittel- und Ölpreise, Klimaveränderungen und Naturkatastrophen betreffen mittlerweile auch uns. Wenn wichtige Grundnahrungsmittel plötzlich viel mehr kosten und die Energiepreise uns zum sparsameren Verbrauch animieren, fühlen wir uns auf einmal nicht mehr so sicher und merken, dass wir doch Teil einer Weltwirtschaft und Weltbevölkerung sind. Wir können uns den globalen Entwicklungen nicht mehr entziehen. Auch wir bekommen, wenn auch nur ansatzweise, zu spüren, was es heißt Mangel zu erleiden.

 

Wäre das nicht der Moment uns bewusst zu machen, wie gut es uns immer noch geht? Uns zu vergegenwärtigen, wie es sein muss, unter viel schlimmeren Bedingungen zu leben. Denn wenn wir ehrlich sind, haben wir immer noch genug übrig, um es, auf welche Weise auch immer, den Bedürftigen zu spenden. Denjenigen, die sich keinen Arzt leisten können oder der Witwe in einem kleinen Dorf, die mit ihren 6 Kindern allein da steht. Führen wir uns vor Augen, wie es für die Menschen ist, die kein Geld haben, um sich Brot zu kaufen, da der Preis für Weizen dramatisch angestiegen ist.

 

Uns erinnern und Bewusstmachen, das sollten wir tun. Die jüngsten Entwicklungen zeigen, dass ein Umdenken gefragt ist. Schon beim Einkaufen sollten wir uns fragen, was wir tun können, um einen fairen Handel zu fördern, so dass auch die armen Bauern in den Entwicklungsländern von unserem Konsumverhalten profitieren können. Wir dürfen nie vergessen, dass Menschen überall auf der Welt leiden, auch wenn unsere Lebensumstände uns das schnell vergessen lassen. Man kann auf vielen verschiedenen Wegen etwas gegen die weltweite Armut tun. Nur Aufgeben oder Verdrängen, was für Millionen Alltag bedeutet, das sollten wir nie. Jeder kleine Schritt zählt. Auch das Gedenken, Beten und darüber sprechen bewegt etwas.    

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